Kandidat: Nocturne
Datum: 11. März, 21 CLE

BEOBACHTUNG

Der Feldarchitekt hatte einen langen Tag hinter sich. Den Boden nach Zeichen von Zerfall zu überprüfen ist keine kleine Aufgabe; alle fünf Fuß Messwerte vorzunehmen, ist unumgänglich, um selbst die kleinste Störung in den komplizierten Energiefeldern aufzuspüren. Eine übersehene Spannungsspitze in den Umgebungskräften könnte wegen der ungezügelten Nutzung von Magie auf den Richtfeldern eine zerstörerische Kettenreaktion auslösen. Er mochte es, sich vorzustellen, er rette Runeterra an jedem Kontrollpunkt aufs Neue.

Als seine Arbeit abgeschlossen ist, macht sich der Architekt auf den Weg zurück zur Beschwörerplattform, wobei er an einem Nexus vorbeikommt, der eigentlich inaktiv sein sollte. Ein unerwarteter Funke im Inneren des Nexus erregt seine Aufmerksamkeit. Er dreht sich zu ihm um, um die Sache genauer zu untersuchen, nur um von einem ungezügelten Energieausbruch getroffen zu werden, der aus dem Nexus ausströmt. Der Architekt sackt zu Boden und bleibt ausgestreckt auf dem harten Pflasterstein liegen.

Sein Körper schrumpft zusammen, während eine giftige Spur ****en Rauches aus seinem offenen Mund aufsteigt. Der Rauch erzittert als würde er leben und pulsiert entsetzlich.

Er ist aus Alpträumen geboren.

BETRACHTUNG

Seit endlosen Zeiten ist Nocturne durch den Geist der Menschen gewandert. Er sah die Gesichter, nach denen sie sich sehnten, nahm das Verlangen, das durch ihre Adern strömte, in sich auf und lebte in den Fantasien, deren Feuer in ihren Herzen loderten. Er verweilte in den jämmerlichen menschlichen Illusionen, welche sie sich in dem winzigen Raum ihrer kümmerlichen Gehirne ausdachten.

Aus ihnen allen nahm er die Magie, die durch ihre Seelen wogte, in sich auf.

Nocturne blieb nur ein Moment, sich seines neu gefundenen physischen Leibes bewusst zu werden, bevor ein Kreis in Roben gekleideter Beschwörer um ihn herum erschien. Er wusste, wer sie waren, noch bevor sie sich zu erkennen gaben. Dies waren die Herren, deren Gesichter in den Gehirnen aller Beschwörer auftauchten, deren Träume er heimsuchte. Sie waren die Stimmen, welche ihren Untergebenen Versprechungen von großer Macht einflüsterten. Sie waren die Hände, welche den Lauf der ganzen Welt kontrollierten. Nocturne wusste, was diese Menschen wollten, doch sie würden ihn nicht bekommen.

Seine schattengleiche Gestalt schwebte still einem der Menschen entgegen und streckte die ätherischen Fühler seines Bewusstseins nach diesem aus. Der mit einem Mantel bekleidete Mann schüttelte sich in Krämpfen, als seine Hände sich erhoben, um an seinem eigenen Kopf zu zerren. Ein markerschütternder Schrei zerriss die Luft, um kurz darauf zu verstummen, als der menschliche Verstand in sich zusammenfiel.

Die anderen Menschen hatten kaum eine Chance zu reagieren, bevor Nocturne über sie kam. Er streckte seine Glieder nach ihnen aus, derweil sich aus diesen Zwillingsklingen formten, um menschliches Fleisch von Knochen zu reißen. Der Schatten stieß seine Klingen von unten nach oben und durchbohrte auf diese Weise einen unglückseligen Beschwörer auf der ganzen Länge seines Körpers.

Nocturne spürte, wie eine Gruppe Menschen von hinten auf ihn zustürmte. Für eine Sekunde pulsierte seine Gestalt. Dunkelheit bedeckte das gesamte Feld, eine bedrückende Schwärze, die atmete und seufzte. Opfer, für alle Ewigkeit in Phantasmen gefangen, raunten in die Ohren der Beschwörer, versprachen immerwährende Verdammnis und bettelten um Erlösung. Körperlose Hände griffen nach den Lebenden, gierig danach trachtend, jeden Anschein von Existenz von ihnen fort und an sich zu reißen.

Die übrigen Beschwörer schlugen um sich, droschen nach den entsetzlichen Fingern, die nur lange genug verschwanden, um in noch größerer Zahl erneut zu erscheinen. Ansätze von Zaubern versiegten auf ihren Lippen, da die magischen Energien sich ihrem Ruf widersetzten. Die Dunkelheit begann, die Menschen zu ersticken und sie zerkratzten ihre Augen im verzweifelten Versuch, wieder sehen zu können. Vollkommen vom Schrecken eingenommen, bemerkten sie nicht einmal, wie Nocturne sich ihnen näherte und spürten auch nicht die Klingen, die ihre weichen Körper spalteten und so ihre Seelen zu einer Ewigkeit in Dunkelheit verdammten.

Ein Beschwörer stand abseits der anderen. Er war mit goldenen Ketten angetan, die über purpurnen Roben drapiert waren. Unbeeinflusst von der Blindheit und den Schrecken hatte er sich entschieden, teilnahmslos zuzusehen, während sich das Massaker ausweitete. Weder zeigte sein Gesichtsausdruck eine Emotion, als das Blut, das sich angesammelt hatte, den Saum seines Gewandes besudelte, noch veränderte sich sein Antlitz, als der abgetrennte Kopf seines vormaligen Gefährten gegen sein Bein prallte.

Der Beschwörer sprach: „Beeindruckend. Ich sehe, dass die Äonen, die du damit zugebracht hast, an unserem Verstand zu saugen, einem Zweck dienten.“

„Ich weiß, wer du bist“, erwiderte Nocturne.

„Ich bin geschmeichelt.“ Der Beschwörer lächelte. „Dann solltest du auch wissen, dass es Zeit für dich ist, für die Schrecken, die du uns gebracht hast, zu zahlen.“

„Und wie willst du das anstellen, Mensch?“ Ein grässliches Heulen hallte aus den Schatten, etwas, das dem ähnlich war, was diese Menschen ein Lachen nannten.

„Du bist nun in der Welt, die wir kontrollieren. Und du sollst uns dienen.“

„Du nennst diese erbärmliche Existenz ‚Bezahlung‘?“ Ein Schnippen von Nocturnes scheußlicher Klinge hinterließ einen Haufen dampfender Eingeweide auf dem Boden. Er erhob die schartige Schneide gegen diesen letzten Narren. „Du magst mich irgendwie in deine Welt beschworen haben, doch alles, was du erhalten wirst, ist Zerstörung.“

Mit einem Brüllen warf Nocturne sich auf den Beschwörer. Seine blutgetränkte Klinge war nur einen Finger breit davon entfernt, ihm dieses ärgerliche Grinsen aus seinem Menschengesicht zu schneiden. Metall umschloss seine Handgelenke, schnappte scheppernd zu und katapultierte ihn rückwärts fliegend in einen Haufen Metallketten.

„Nein. Dies ist deine Wiedergutmachung.” Die Lippen des Beschwörers öffneten sich erwartungsfroh. „Willkommen in der Liga.“

Die Beschwörer, die in einem Haufen um ihn herum lagen, hoben ihre Köpfe. Ihre Arme schossen hervor und umklammerten Nocturne mit eisernem Griff. Sie zogen ihn nach unten und zwangen so seine physische Existenz zur Unterwerfung. Jede Faser seines Seins schrie gegen die Fesseln auf, als er sich unfreiwillig vor dem Oberbeschwörer verbeugte. Nocturne stand nun im Dienste der Liga und dies war sein eigener, immerwährender Alptraum.

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